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Maria-Theresia Theiler - mit Wolle und Herz

Maria-Theresia Theiler hat im Leben vieles erlebt: Rückschläge, Neuanfänge und Glücksmomente. Und sie hat dabei etwas nie verloren: die Überzeugung, dass es sich lohnt, füreinander da zu sein. Für sie ist Helfen kein grosses Wort, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Aufgewachsen ist sie im luzernischen Entlebuch, in Schüpfheim, als drittältestes von acht Kindern. Der Vater war Landwirt, das Grosi lebte mit der Familie unter einem Dach. «Wir hatten eine glückliche Jugend.» Es war ein schlichtes Leben, aber mit viel Zusammenhalt. Im Sommer verbrachte sie ihre Ferien auf der Alp bei ihrem Gotti. „Eine Reise ins Ausland konnten wir uns nicht leisten. Aber ich kannte nichts anderes“. „Und ich war immer zufrieden.“
Schon als Kind war sie neugierig und stellte viele Fragen. Zum Beispiel dann, wenn ihr Grosi von früher erzählte, vom Krieg, vom Frieden und von der weiten Welt. Mit acht Jahren bekam das blonde Mädchen mit den stahlblauen Augen von ihrem Vater ein gebrauchtes Klavier geschenkt, bezahlt aus seinem Ersparten. „Er war stolz auf mich“, sagt sie. „Das spürte ich.“ Dann lacht sie: „Mit dem Klavierspielen konnte ich mich manchmal ein bisschen vor der Arbeit auf dem Hof drücken.“

Nach der Schule machte Maria-Theresia die Ausbildung zur Handarbeitslehrerin und erwarb zusätzlich das Turnpatent. Sie unterrichtete und liebte den Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern. Früh erfüllte sich auch ihr Wunsch nach einer eigenen Familie. Mit 22 bekamen sie und ihr Mann das erste von insgesamt vier Kindern. Gemeinsam führten sie einen Käsereibetrieb in Richenthal, der einige Jahre später einem Brand zum Opfer fiel.

Als die Ehe zerbrach, blieb sie mit den Kindern allein zurück. „Ich wusste damals nicht, wie ich über die Runden kommen sollte“, sagt sie ruhig. Der Pfarrer wies sie aus der Gemeinde aus, weil sie geschieden war. „Das hat mich tief getroffen. Ich fühlte mich allein.“
Aber Aufgeben war nie ihr Stil. Sie arbeitete als Stellvertreterin in Schulen und sorgte dafür, dass ihre Kinder alles hatten, was sie brauchten. „Ich wollte meine Aufgabe als Mutter erfüllen, bis sie erwachsen waren.“ sagt sie ohne einen Funken Bitterkeit, sondern mit der Ruhe von jemandem, der seinen Weg kennt.
Als die Kinder aus dem Haus waren, entschloss sie sich, die Pädagogische Hochschule nachzuholen. Und so drückte sie mit 50 Jahren wieder die Schulbank und machte ihren Abschluss als Fachlehrperson, Primar-und Oberstufenlehrerin. „Ich wollte nochmals etwas Neues lernen. Und mir beweisen, dass es nicht zu spät ist.“

2011 lernte sie Adolf Zimmermann kennen. Es war an einem Skitag mit ihren Schülerinnen und Schülern. „Ich war gerade dabei, ihre Schlitten zu schleifen, als er plötzlich vor mir stand und drauflosredete“. Sie hatte kaum Zeit, ihm zuzuhören, also tauschten sie ihre Kontakte aus. „Ich dachte mir, der meldet sich sowieso nicht.“ Zwei Wochen später tat er es doch.
Adolf lebte damals in einem grossen Wohnwagen. „Seine Art zu leben hat mir gefallen. Dieses Bescheidene. Das fand ich schön.“ Gemeinsam fuhren sie kreuz und quer durch die Schweiz, übernachteten unterwegs, und Maria-Theresia konnte so an diversen Schulen Stellvertretungen übernehmen. „Wir lachen viel zusammen und streiten eigentlich nie“, sagt sie. „In unserem Alter hat man keine Zeit mehr für Auseinandersetzungen.“ Heute wohnen sie in einer Mietwohnung, das Wohnmobil behalten sie aber trotzdem. Es steht immer bereit für spontane Ausflüge.

Neben der Schule und der Familie ist die Musik Maria-Theresias treuer Begleiter. Sie besuchte Kurse, spielte Volksmusik, trat an Stubeten auf und begleitete später sogar einen Künstler als Pianistin. „Damit konnte ich etwas Geld zur Seite legen, aber vor allem machte es Freude.“ Heute spielt sie mit Freundinnen und für sich. Und sie versucht, ihre Enkel zu motivieren, ein Instrument in die Hand zu nehmen.
Was sie im Leben immer getragen hat, ist ihr Glaube. „Als unser Haus inklusive der Käserei niederbrannte, war ich ganz unten. Aber ich wusste, Gott ist irgendwie überall. Und er hilft mir.“ Ihre Eltern schenkten ihr damals die alte Bibel ihres Grosis, ein Buch, das sie bis heute begleitet. „Der Glaube meiner Familie hat mich schon von klein auf tief beeindruckt. “
Dieses Vertrauen prägt auch heute ihr Engagement. Maria-Theresia strickt für Kinder in Tansania. Sie hörte von einem Hilfsprojekt, das Mützen und Socken für Kinder organisiert, denen nachts kalt ist, weil ihnen wegen der Läuse die Haare kurz geschnitten werden. Seitdem entstehen in vielen Stunden Arbeit farbige Käppchen und warme Socken. Drei bis vier Stunden am Tag strickt sie, meist abends vor dem Fernseher, während sie mit Adolf Musik- oder Kochsendungen schaut.
Unterstützt wird sie dabei von ihrer Tante und von Freundinnen. Die Wolle bezahlt sie selbst oder bekommt sie teils geschenkt, manchmal auch aus Hausräumungen. „Unsere Arbeit ist nicht vergütet. Aber sie ist sinnvoll. Die Kinder haben warm. Das ist alles, was für mich zählt.“
Und wer möchte, kann auch mitstricken. Die Organisation «Tansania lächelt» sorgt vor Ort dafür, dass jedes Kleidungsstück dort landet, wo es gebraucht wird. „Wir freuen uns über fleissige Strickerinnen“, strahlt sie.

Maria-Theresia weiss, wie sich Not anfühlt. Vielleicht kommt daher ihre besondere Ruhe. „Ich war oft froh, wenn mir jemand half, als ich allein war“, sagt sie. „Heute kann ich etwas zurückgeben. Das erfüllt mich.“
Stricken ist für sie längst mehr als Handarbeit. Es ist ihr Abendritual, ein stilles Tun, das sie mit Menschen verbindet, auch über Kontinente hinweg. Drei Stunden, ein paar Wollknäuel, und in Tansania schläft ein Kind ein, ohne frieren zu müssen.
„Ich mache das einfach gerne“, sagt sie.
Und wenn beim Stricken einmal eine Masche fällt, fängt sie sie wieder auf. Wie im Leben auch.

Stille Nacht Lied „Original“ 6-strophig

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